Die zuverlässige Bereitstellung von elektrischer Energie ist eine der bedeutenden Aufgaben heutzutage. Regional und international vernetzte Hochspannungsfreileitungen benötigen effektive Automatisierungs- und Fernwirksysteme. Die Grundlage solcher Systeme sind zuverlässige faseroptische Verbindungen. Die weltweite Deregulierung der Telekommonopole bietet den Energieversorgern zusätzlich die Möglichkeit ins Telekommunikationsgeschäft einzusteigen. Faserbasierte Übertragungssysteme haben den großen Vorteil, dass sie unempfindlich gegen elektromagnetische Einflüsse sind und kein Nebensprechen wie bei Kupferkabeln kennen. Der einfachste Weg Kraftwerke mit Umspannwerken und Kontrollstationen zu verbinden, ist über die vorhandenen Hochspannungsfreileitungen. Die gebräuchlichste Technik dafür ist die Installation eines Erdseilluftkabels (international: OPGW = Optical Ground Wire) als Ersatz für ein herkömmliches Erdseil. Andere verfügbare Techniken sind zusätzliche Kabel wie metallfreie Luftkabel (ADSS = All Dielectric Self-Supporting) oder metallische Luftkabel (MASS = Metallic Aerial Self-Supporting). Selbst der Austausch von Phasenseilen gegen Phasenseilluftkabel (OPPC = Optical Phase Conductor) ist heute möglich. Im Hinblick auf das Erscheinungsbild der Leitung, Zusatzlasten, Zuverlässigkeit und Lebensdauer ist ein gutes OPGW meist die beste und ökonomisch sinnvollste Lösung.