Ein Modell des Nahnebensprechens
an PIMF-Datenkabeln
Martin Backmann, Dr. Christian Pfeiler, Andreas Waßmuth
NK NETWORKS, Nürnberg |
14.10.1997
neben_d.html 1/6 |
Durch die Entwicklung der Datenkabel mit einzelnen Paarschirmen
(S/STP, Paar in Metallfolie) von der Kategorie 5 /1/ hin zur Kategorie
6 /2/ rücken bislang unbeachtete Frequenz- und Dynamikbereiche bei
der Messung des Nahnebensprechens in den Mittelpunkt der Betrachtung. Es
zeigt sich dabei eine Längenabhän- gigkeit, die bei anderen Datenkabeltypen
(UTP, S/UTP) kaum beobachtet werden kann. Insbesondere tritt an Konstruktionen
der Kategorie 5 in diesem Dynamikbereich oft ein typisches längenabhängiges
Maximum der Nahnebensprechdämpfung bei Frequenzen von einigen 10 MHz
auf, wenn die untersuchte Kabellänge im Bereich von 100 m oder kürzer
liegt. Dadurch erscheint die Gewährleistung der Nebensprechgrenzwerte
in der Tertiärverkabelung, am Link, ohne ein Weiterentwicklung als
problematisch.
Es wird ein Wirkungsmechanismus beschrieben,
der die Ursachen für diese Meßergebisse veranschau- licht. Obgleich
dabei von einigen Vereinfachungen ausgegangen wird, läßt das
Modell doch quantitative Aussagen zu. Für die Konstruktion von PIMF-Datenkabeln
ergeben sich daraus entscheidende Auslegungs- prinzipien, die auch für
zukünftige Weiterentwicklungen bedeutend sind /3/.
Wesentlich für das Nebensprechen von
PIMF-Kabeln ist der Kopplungswiderstand des einzelnen PIMF- Elementes.
Deshalb werden zunächst anhand eines Modells aus der Literatur die
Einflußgrößen für diesen Kopplungwiderstand diskutiert.
Darauf aufbauend wird mit bestimmten Annahmen für die Konversion zwi-
schen den Eigenwellen der geschirmten Doppelleitung sowie die Superposition
der einzelnen betrachteten Teilwellen das Kopplungmodell entwickelt. Die
Tragfähigkeit des Modellierungsansatzes wird anhand des Vergleiches
der numerischen Auswertung mit Messungen an verschiedenen Kabellängen
gezeigt.
1 Kopplungswiderstand von Paaren mit Folienschirm
Zur Messung des Kopplungswiderstandes von
paarigen Kabeln wird ein Paar im Gleichtakt gegen den Schirm betrieben.
Für die Messung des Kopplungswiderstandes eines PIMF-Elementes
kann somit näherungsweise von einer koaxialen Anordnung ausgegangen
werden. Besteht der Außenleiter dieser Anordnung aus einer
um einen Radius r gewickelten Folie mit der Breite b,
der Schlaglänge l und der Leitschichtdicke d
mit der Leitfähigkeit k so
gilt nach /4/ für den Kopplungswiderstand ,
(1) mit dem Gleichstromwiderstand
und dem Steigungswinkel
sowie der Eindringtiefe
.
| Der Kopplungswiderstand
des einzelnen PIMF- Elementes ist bis zu Frequenzen von f0 ~
1 MHz konstant und entspricht einem Wert, der etwas größer ist
als der Gleichstromwiderstandsbelag. Erst bei sehr großen Schlaglängen
liegt etwa der Gleichstromwiderstandsbelag vor. Bei Frequenzen größer
als f0 folgt ein frequenzproportionaler Anstieg, der anhand
der Wirkung der Induktivität des gewickelten Schirmes veranschaulicht
werden kann. Diese Frequenzgang- Schematik sowie die Auswirkungen von Änderungen
der wesentlichen Eingangsgrößen zeigt Bild 1. |
Bild 1 Typ. Frequenzgang des Kopplungswiderstan-
des eines einzelnen PIMF - Elementes und Wir-
kungsrichtung der wesentlichen Einflußgrößen |
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