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Besonders die Option 1000BaseT mit UTP-Kabeln erscheint für den amerikanischen
Markt verlockend. Immerhin sind in den USA bereits 70% der Netze in Cat.5
verkabelt. Damit erklärt sich, warum ausgerechnet dieser Weg gewählt
wurde. Schließlich gilt der Faktor "time to market" als ausschlaggebend
für den Erfolg und der Verkauf neuer Produkte gestaltet sich nun einmal
einfacher, wenn bereits die Basis für diese installiert ist. Darf
der Anwender aber davon ausgehen, daß sich durch einfaches Kartentauschen
die Netzwerkperformance um den Faktor 10 steigern läßt? Eine
ehrliche Antwort muß lauten: kann sein?!
Der Grund für diese Ambivalenz: die Übertragung nach 1000BaseT
erfolgt in geradezu abenteuerlicher Weise über alle vier Paare gleichzeitig,
sowohl in Vorwärts- als auch in Rückwärtsrichtung. Über
jedes Paar werden dann 250 Mbit/s geführt. Damit sich die Daten aus
diesem Mix wiedergewinnen lassen, ist eine umfangreiche Signalverarbeitung
zur Echo- und NEXT-Kompensation notwendig. Die hierfür verwendeten
digitalen Signalprozessoren (DSP) führen pro Port zu einem Schaltungsaufwand,
der einem 486-Prozessor entspricht. Die Kosten pro Port steigen damit erheblich.
Aus dieser komplizierten Signalführung resultieren zudem neue Anforderungen
an die Verkabelung. Da mehrere Signale gleichzeitig übertragen
werden, kommt es zu Störüberlagerungen. Sie führen z.B.
als Powersum-NEXT zu einer Verschärfung. Außerdem werden jetzt
Werte wie FEXT (Fernnebenprechen) und Skew (Laufzeitunterschied) relevant,
die in bestehenden Verkabelungen nie gemessen wurden. Anwender können
also keineswegs davon ausgehen, daß ihre neuen Systeme problemlos
auf einfachsten Verkabelungen laufen.
OK, bange machen gilt nicht. Diese Absicht verfolgen wir auch nicht.
Schließlich forciert NK Networks neue Entwicklungen - wenn sie dem
Anwender nutzen. Aber: wir wollen zu erwartende Probleme frühzeitig
aufzeigen. Das gehört für uns zu einer sachlichen Diskussion.
Ein Gigabit/s-Netzwerk bedarf als Voraussetzung für ein optimales
Zusammenspiel aller komponenten auch einer hochwertigen Verkabelung. Denn
nach wie vor gilt: Der schwächste Teil bestimmt die Performance. Das
muß klar sein. (cf)
Eine ausführliche Fassung befindet sich hier.
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