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 F O C U S 

Geschirmt oder Ungeschirmt - ist das die Frage?
Im Goethejahr scheint die Fachwelt der Datennetz-Errichter die Gretchenfrage neu zu stellen, wie man es denn nun mit der Schirmung hält. Verwunderlich, denn in Deutschland ist die Verwendung eines Schirms eigentlich obligatorisch. Doch warum nicht auch klare Positionen hin und wieder kritisch auf ihren Sinn in der Praxis hinterfragen. Für die MC-Line Anlaß genug, dieses Thema aufzugreifen.

Der Grund, warum überhaupt von einer Schirmungs-Problematik gesprochen werden kann: Bei jeder Datennetz-Installation in einem Gebäude ist zugleich eine elektrische Gebäudeverkabelung vorhanden. Kritisch ist dabei weniger, eine geeignete Lösung der Schirmungs- bzw. Erdungsinstallation für spezifische Situationen zu finden. So gibt z.B. die EN 50174 Teil 2 (10/98) konkrete und praxisnahe Empfehlungen. Die Crux liegt vielmehr in der allgemeinen Unsicherheit bezüglich der Art der sonstigen Installationen - einem geradezu klassischen EMV-Problem.

Befürworter einer ungeschirmten EDV-Verkabelung glauben sich durch den Einsatz von UTP-Kabeln auf der sicheren Seite. Diese Haltung ignoriert die Realität und ist Ausdruck einer typischen Verkäufermentalität. Wäre es nicht verantwortungslos, wenn ein Anwender, der unter bestimmten Bedingungen einen zu hohen Ausgleichstrom im Kabelschirm festgestellt hat, diese Beobachtung nicht

zum Anlaß nimmt, die elektrische Gebäudeinstallation einer Überprüfung und ggf. Erweiterung zu unterziehen? Schließlich ist er es, der in diesem Gebäude lebt, arbeitet und auf die elektrische Sicherheit seiner Installationen angewiesen ist. Probleme in der energietechnischen Verkabelung werden durch die Verwendung von UTP-Datenkabeln also nicht gelöst!


 


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Warum? EMV-Situationen lassen sich nur realistisch beschreiben, wenn man die Wechselwirkungen von Verkabelung und Umgebung berücksichtigt. In Prüfnormen werden Testsituationen vorgegeben, die bei unterschiedlichen Kabeltypen zu Kenngrößen für einen Quervergleich führen. Eine solche Kenngröße ist der Kopplungswiderstand (engl. transfer impedance) des Kabelschirms. Je kleiner er ist, desto besser ist die Schirmwirkung.

An UTP-Kabeln läßt sich der Kopplungswiderstand nicht messen, weil es schließlich keinen Schirm gibt. Das bedeutet aber nicht, daß ein Schirm überflüssig wäre. Im Gegenteil: Ein UTP-Kabel funktioniert nur aufgrund seines hinreichend symmetrischen Paaraufbaus. Dieser sorgt dafür, daß (erd-)unsymmetrische Störungen gleichermaßen beide Leiter eines Paars beeinflussen und sich die Störungen idealerweise gegenseitig aufheben. Dieses Ideal wird in der Praxis nur ansatzweise erreicht, so daß mit 40 dB Störunterdrückung gerechnet werden kann. Ein zusätzlicher Schirm hingegen verbessert diesen Wert um bis zu 60 dB. Das entspricht einem tausendfach besseren Wert. Dieser gravierende Unterschied läßt sich in realen Datennetzen im relevanten Frequenzbereich von 1 MHz bis 100 MHz nachmessen - also im Schwerpunkt der datentechnischen Übertragungsprotokolle.

Anwender sollten in punkto EMV-Sicherheit bedenken: Die fertig installierten Strecken werden meist mit viel Aufwand überprüft und dokumentiert, alles in der Überzeugung, einen stabilen Zustand zu beschreiben. Dabei muß man sich im Klaren sein, daß jede Nachinstallation in der Umgebung einer UTP-Installation geänderte Streckenparameter mit sich bringt. Der Grund: ein UTP-Kabel ist im Gegensatz zu geschirmten Kabeln kein abgeschlossenes System. Sogar zwischen benachbarten Kabeln sind nennenswerte Nebensprechwirkungen zu messen. In den USA - dem größen UTP-Markt der Welt - hat man hierfür bereits einen Begriff gefunden: Alien Crosstalk. Das Problem bei realen Installationen: dieser Wert wird bei Linktests nicht erfaßt, reduziert aber die Kenngröße eines passiven Netzes, das ACR, wie ein "normales" NEXT. 

Gründe genug, den guten alten Kabelschirm vorerst doch nicht zu verdammen. Geringfügige Mehrkosten bringen hier wesentliche betriebsrelevante Vorteile. Sparen Sie nicht am falschen Ende! Einen ausführlichen Bericht können Sie kostenlos bei
Carsten Fehr, Tel. (0221)677-3926, E-mail: carsten.fehr@draka.com anfordern. (...oder klicken Sie einfach hier)
 
 
 A K T U E L L 

IEC-Steckergremium favorisiert RJ-45
Vom 25.-29. Januar 1999 tagten die Normungsgremien ISO/IEC JTC1 SC25 WG3 und SC48B gemeinsam in Cancun, Mexico. Ein wichtiges Ergebnis war die Entscheidung, primär zwei RJ-45-kompatible Stecker-entwürfe für die Category 7 bis 600 MHz zu fördern. Ein Entwurf basiert auf flexiblen Leiterplatten als Kontakten (AMP), ein anderer Ansatz von Alcatel verwendet in den Stecker integrierte Umschalter. Beide Entwürfe versprechen Cat7-Qualität auf allen Paaren und volle Rückwärtskompatibilität zu Cat5 - RJ45.


 


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Die Entwürfe befinden sich z.Z. im reinen Laborstadium, dennoch kann man dieses Ereignis als den lange erwarteten nächsten Schritt in der Entwicklung eines vollständigen 600 MHz-Datenlinks ansehen. NK Networks begrüßt diese Entwicklung, die konsequent die von uns vertretene Produktpolitik fortsetzt.
 
 
P a r t n e r s e r v i c e :   P l a n u n g s t o o l s   i m    I n t e r n e t

Praktisch, praktisch: Ausschreibungstexte, aktuelle Link- und EMV-Messungen, Informationen über die von uns veranstalteten Planersymposien sowie die dort gehaltenen Vorträge zum Nachlesen im PPT-Format. Oder unseren Hinweis auf LANeCo, eine Software zur Netzwerkplanung - das und vieles mehr finden Sie auf unseren Web-Seiten unter der Internetadresse http://www.drakact.com. Einfach unser Business Center "Multimedia Cable" anklicken und dann den Button "Planungstools" wählen. Und schon geht's los. (Anmerkung: Da Sie gerade die M*C*(On)Line lesen, sind Sie bereits da.) Nutzen Sie unseren Service noch heute - und immer wieder aktuell. 
 
 
N e u e r   P r o s p e k t   L i c h t w e l l e n l e i t e r    D a t e n k a b e l

Allen Interessenten aus dem Bereich Datennetzwerktechnik steht unser neuer Prospekt "Lichtwellenleiter Datenkabel" seit kurzem zur Verfügung. Er bietet wissenswerte technische Hintergrundinformationen - von Fasertypen und -qualitäten bis zu Prüfverfahren sowie detaillierte Daten zu unserer LWL-Kabelpalette UC2000. Bitte informieren Sie Carsten Fehr, Tel.: (0221) 677-3926, E-mail: carsten.fehr@draka.com über Ihren aktuellen Bedarf. 
 
 
M C  P E R S Ö N L I C H :  H e i n z   S t a c h m a n n ,   V e r t r i e b   I n n e n d i e n s t
Seit Jahrzehnten schätzen viele unserer Kunden die erfahrene und zuverlässige Betreuung von Heinz Stachmann. In früheren Zeiten auf Kupfer-Fernmelde- und Luftkabel spezialisiert, berät der gelernte Industriekaufmann heute die Kunden des Business Center Multimedia Cable über die gesamte Angebotspalette hinweg. Die Dynamik der Vertriebsarbeit läßt Heinz Stachmann nicht los - das spüren auch seine Kunden. Und mit viel Schwung geht es daher für den Vertriebsprofi ebenfalls in der Freizeit zu - ob auf dem Rad, auf Skiern oder mit Joggingschuhen. Sie erreichen Heinz Stachmann unter 0221/6772706
oder per E-mail heinz.stachmann@draka.com
Carsten Fehr, Produktmanager Datenkabel 
carsten.fehr@draka.com