| Produktneuheit:
UTP-Datenkabel Cat7e |
Trend:
|
Daß Kupferdatenkabel
noch lange nicht "out" sind, beweist allein schon der Markt,
zumindest in der Tertiärverkabelung konnte sich die Glasfaser noch
immer nicht so recht behaupten. Aber daß in Sachen Twisted-Pair-Kabel
noch ein Quantensprung gelingen würde, damit hatte wohl niemand
gerechnet.
In den Nürnberger MC-Labs wurde kürzlich ein neuartiges, ungeschirmtes
Datenkabel entwickelt, welches dank zusätzlicher Kompensationseffeke
elektrisch gesehen ideal ist. Es eignet sich für Bandbreiten bis
über 750MHz pro Paar und taugt damit für Multipairanwendungen
wie 10000-Base-T (10 Gigabit-Ethernet nach IEEE 802.3).
Auf Längen bis 200m (Tertiärebene und Backbone) stellt dieses
Kabel ganz klar die Glasfaser in Frage. Die Tatsache, daß das
Kabel von 3 weiteren Kabelherstellern geprüft wurde und bereits
unter Lizenz gefertigt wird, spricht deutlich für diesen neuen
Trend.
Die Konstruktion des
Kabels ist denkbar einfach. Statt 4 Aderpaaren, welche in gleichem Drehsinn
verseilt sind, besteht das Kabel aus 2 "linken" und 2 "rechten"
Aderpaaren.

Der Kniff besteht nun
darin, daß Paar 1 mit Paar 3 und Paar 2 mit Paar 4 parallelgeschaltet
werden.
Für jede Übertragung sind also 2 Paare nötig, da stellt
sich ganz klar die Frage, wie man eine 4-Paar -Übertragung (8 Leiter)
realisieren kann. Doch zunächst zu den Kompensationseffekten:
1.) Bisherige TP-Kabel
bewirken durch die Paarverseilung, daß sowohl Störaussendung
wie Störeinstrahlung mit abwechselndem Vorzeichen erscheinen und
sich dadurch idealerweise zu Null addieren. In der Praxis ist das jedoch
nicht realisierbar, und so bleibt ein gewisser Rest an Störsignalen.
Die gegensinnige Verseilung der parallelgeschalteten Paare hat jedoch
zur Folge, daß sich die restlichen Störsignale nun entgültig
aufheben.
2.) Dadurch hebt sich zusätzlich das Nebensprechen zwischen den
100 Ohm-Systemen auf.
3.) Da die einzelnen Paare 200Ohm Wellenwiderstand haben müssen
(um in Parallelschaltung 100Ohm zu ergeben), fallen diese wegen der
dünnere Adreisolierung wesentlich kompakter aus. Der Durchmesser
des Kabel beträgt somit lediglich 4,1mm.
Der 4-Paar-Betrieb bedingt
ganz klar 8 Leiter - oder zumindest müssen 4 Signale gleichzeitig
übertragen werden. Und genau diese Aussage deutet bereits die Lösung
an:
|
Die nebenstehende
Zeichnung skizziert die klassische 2-Paar-Übertragung mit
dem neuen Kabel (schwarze Linien), z.B. Ethernet-Belegung 1-2
und 3-6.
Da die Ein- und Ausgangskreise der aktiven Komponenten voneinander
galvanisch getrennt sind, benötigt man zur Übertragung
zweier weiterer Signale lediglich zwei weitere Leiterkombinationen,
welche gegeneinander potentialfrei sind, sozusagen als Phantomspeisung.
Werden die blau
eingezeichneten Brücken auf die Anschlüsse geklemmt,
hat man für die zusätzlichen Kanäle 4-5 und 7-8
die entsprechenden galvanisch "unbeteiligten" Kombinationen
zur Verfügung.
Auch hier gilt für die Kompensation das oben Gesagte.
|
 |
Das Protokoll für
10 Gigabit-Ethernet nach IEEE 802.3 sieht den Vollduplexbetrieb auf
4 Paaren und die Verwendung der Modulationsart "PAM5" vor,
letztere reduziert die benötigte Bandbreite auf insgesamt 2500
MHz, das entspricht 625MHz pro Übertragungskanal.
Die Messung des Nahnebensprechens (siehe Abbildung) zeigt, daß
die Dämpfung in diesem Bereich weit unter der Grenzkurve verläuft.
1.) Durch das Parallelschalten
der Adern halbiert sich der ohmsche Widerstand und verringert damit
die Dämpfung, das sichert zusätzliche ACR Reserven (Attenuation
Crosstalk Ratio) und erhöht die Anschlußlänge auf nunmehr
180m.
2.) Die erwähnten Kompensationsmechanismen gestatten es, das Kabel
als Duplex- bzw. Vielfachkabel auszuführen, das war bei ungeschirmten
Kabeln oberhalb Cat5 bisher undenkbar.
3.) Die hohe Genauigkeit bei der Kabelfertigung wird durch einen vibrationsärmeren
Verseilprozeß unterstützt. Da bei der Paarverdrillung 4 Spulen
rechts- und 4 Spulen linksherum abgespult werden, wirken die dabei entstehenden
Kräfte und Drehmomente einander entgegen.
4.)Ebenfalls begünstigend wirkt sich der fehlende Memoryeffekt
aus. Elektromagnetische Störungen in EDV-Umgebung "merken"
sich den Aufbau des Kabels, aus dem sie ausgesendet wurden (Verhältnis
elektrischer zu magnetischer Komponente) und haben bei der Einstrahlung
in gleichartige Kabel leichtes Spiel. Nicht jedoch bei einem Kabel,
das ihnen "fremd" ist.
5.) Logischerweise werden durch die neue Art der Verdrahtung auch die
passiven Elemente der Anschlußkomponenten mitkompensiert. Dadurch
ist deren Aufbau unkritisch, passende RJ45-Einsätze sind bereits
in Fertigung, diese beinhalten sogar schon die skizzierten Brücken
(blaue Linien).
Sollten
Sie sich für Produkte oder Lizenzen des UTP-Cat7e -Konzepts interessieren,
richten Sie Ihre Anfrage bitte an christian.pfeiler@draka.com
oder
.
Copyright
- Draka Multimedia Cable GmbH -
01.04.2002